DIAKO Nordfriesland - unser Angebot für die seelische Gesundheit im Norden.

Therapie - Einfach - Erklärt

An dieser Stelle möchten wir die verschiedenen Therapiemodule näher erläutern. Erklären, warum manches notwendig und wirksam und vieles unterstützend und hilfreich ist:

Psychotherapie


Psychotherapie ist eine Therapie durch Kommunikation mit sprachlichen und nichtsprachlichen Mitteln auf einer wissenschaftlichen Grundlage.


In einem Behandlungsbündnis werden handlungsorientierte Strategien zur Beeinflussung von Erleben und Verhalten erarbeitet, um psychische Aspekte von Krankheiten und Belastung zu lindern oder zu heilen.
 

In der Psychotherapie kommen zur Anwendung: 

1.     Gespräche, die von dem Therapeuten geleitet werden und als Gruppen- und Einzelgespräche durchgeführt werden.

2.     Praktische Übungen, in denen beispielsweise der Umgang mit angstbesetzten Situationen in einem "sicheren" Rahmen unter Anleitung des Therapeuten eingeübt wird.

3.     Leben in der therapeutischen Gemeinschaft

4.     Erprobung im Alltag

 

Es gibt verschiedene Verfahren der Psychotherapie, die nach individuellen Erfordernissen eingesetzt werden, z. B. die Verhaltenstherapie und die tiefenpsychologisch fundierte Therapie oder die systemische Therapie. 

Die Kombination von Psychotherapie und Pharmakotherapie ist insbesondere bei schwer ausgeprägten Störungen in der Wirksamkeit überlegen.

Die Psychotherapie wird von entsprechend spezialisierten Fachärzten und von psychologischen Psychotherapeuten durchgeführt.
 

 

Pharmakotherapie


Besser als ihr Ruf

Die Pharmakotherapie ist die Behandlung von Krankheiten mit Medikamenten. Die Medikamente, die zur Behandlung von psychischen Erkrankungen eingesetzt werden, heißen "Psychopharmaka". 

Die Psychopharmaka haben in der öffentlichen Meinung immer noch einen schlechten Ruf. 

Ein Grund hierfür sind die z. T. starken unerwünschten Wirkungen der älteren Psychopharmaka. Viele der modernen Mittel haben diese Nebenwirkungen jedoch gar nicht mehr oder nur schwach ausgeprägt. 

Zum anderen besteht in großen Teilen der Bevölkerung die Überzeugung, alle Psychopharmaka würden abhängig machen. Dies stimmt nicht. 

Ein Suchtpotential besteht vor allem für die Klasse der Schlaf- und Beruhigungsmittel, v. a. vom Typ der Benzodiazepine. Diese haben sogar ein sehr starkes Suchtpotential und sollten in der Regel nicht länger als 2 bis 4 Wochen eingenommen werden. 

Moderne Mittel gegen Depressionen (Antidepressiva) oder Psychosen machen nicht abhängig und können gefahrlos über eine längere Zeit eingenommen werden. 

Viele psychisch erkrankte Menschen meinen aus den oben genannten Gründen, dass es besser wäre, ohne Medikamente auszukommen. Demgegenüber zeigt die Behandlungsforschung eindrucksvoll auf, dass eine ausreichend lange Behandlung mit einem geeigneten Medikament nicht nur die aktuelle Erkrankungssituation entscheidend verbessern hilft, sondern auch die Risiken für spätere psychische Erkrankungen erheblich senkt. 


Wir handeln daher nach dem Grundsatz: "So viel wie nötig, so wenig wie möglich und so lange wie geboten".


Ein Facharzt ist dabei verantwortlich für die Pharmakotherapie sowie die Begleitung des Betroffenen im Behandlungsverlauf.

 

Pflege in der Therapie


Die Aufgaben der Pflegekräfte in unseren Fachkliniken sind vielfältig. Eine der Hauptaufgaben der Pflege ist es, den ihr anvertrauten Menschen in seinem therapeutischen Prozess zu begleiten und zu unterstützen.
 

Seelische Störungen gehen oft mit einer Beziehungsstörung einher, welche die Betroffenen isoliert und verhindert, dass Hilfe in Anspruch genommen wird. Wir arbeiten daher nach dem System der Bezugspflege. 
 

Dies bedeutet, dass der Betroffene nach der Aufnahme einen festen Ansprechpartner für alle seine Angelegenheiten, Fragen und Probleme erhält: die Bezugspflegekraft
(gilt für: stationäre und tagesklinische Angebote).  

 

Weitere Aufgaben unserer Pflegekräfte sind bspw.:

  • Gespräche über Alltagsfragen und Probleme im Stationsablauf führen
  • gesunde Anteile und Stärken wahrnehmen, wertschätzen und fördern
  • eine stützende Tagesstruktur schaffen
  • Krisensituationen erkennen und frühzeitig intervenieren
  • Planung / Durchführung von Freizeitaktivitäten und Aktivierungsgruppen
  • Förderung der sozialen Kontakte
  • Medikamenten ausgeben und Compliance fördern
  • Anleitung / Unterstützung bei der Einhaltung von Absprachen
  • Kontaktaufnahme zu Angehörigen vermitteln
  • feststellen, beobachten und dokumentieren des Hilfebedarfs und dessen Entwicklung (Pflegeprozess)

 

Sozialdienst

Der Schwerpunkt des Sozialdienstes ist die Beratung der Betroffenen in der für ihn oft unüberschaubaren und komplexen Welt der Antragsstellung, Vorschriften und Gesetze, Kostenträger und Behörden.
 

Das heißt, er informiert und motiviert die Betroffenen dazu, weiterführende Hilfen in Anspruch zu nehmen und unterstützt die notwendige Antragstellung bei den zuständigen Behörden. Hierzu gehören z.B. Rehabilitations-, Eingliederungs- oder Pflegemaßnahmen. 
 

Der Sozialdienst ist auch behilflich bei Kontakten zu Einrichtungen und Kostenträgern, um eine gute Versorgung nach der Entlassung aus der Klinik sicher zu stellen.

Die Angebote und Ziele des Sozialdienstes können je nach Fachabteilung und zugrundeliegender Erkrankung für den einzelnen Betroffenen individuell sehr unterschiedlich sein. 
 

Zu den Tätigkeitsfeldern des Sozialdienstes gehören weiterhin:  

  • das Aufzeigen von Chancen, Ideen und Möglichkeiten in sozialrechtlichen Fragen
  • die Organisation des Übergangs von der Krankenhausbehandlung in nachsorgende Maßnahmen, Rehabilitation oder Pflege
  • die Klärung von Hilfen im bisherigen Zuhause oder in Heimen
  • die Antragstellung für und die Zusammenarbeit mit einer Gesetzlichen Betreuung
  • die Klärung der Krankenversicherung
  • die Beratung für eine berufliche Nachsorge und Wiedereingliederung
  • die Beantragung von Erziehungshilfen
  • die Vermittlung in Selbsthilfegruppen
  • die Vermittlung einer Schuldnerberatung
  • und vieles andere mehr

 

Sport- & Bewegungstherapie

Der neue Klinikkomplex der DIAKO Nordfriesland in Breklum umfasst u.a. einen neuen Fitness- und Sporthallenbereich.

Die Sport- und Bewegungstherapie für die Patienten aus Psychiatrie, Psychosomatik und Rehabilitation erhält dadurch ganz neue Möglichkeiten. 

Sport- und Bewegungstherapie ist ein wichtiger Bestandteil moderner Therapieformen. Sie fördert Aktivität, Kraft und Durchblutung, verschafft auf neutralem Gebiet Erfolgserlebnisse und verbessert die Körperwahrnehmung.

Gruppensport in der Halle, wie z.B. Ballspiele, erlaubt eine Vielzahl therapeutischer Ansätze, neben dem sozialen Umgang in der Gruppe auch im Umgang mit Ängsten oder mit Erfolgen und Misserfolgen.

An den Fitnessgeräten können die Patienten unter der Anleitung von Sport- und Physiotherapeuten gezielt Koordination und Ausdauer, aber auch Muskelaufbau oder Verbesserung von Beweglichkeit trainieren.

Ergotherapie


Die Ergotherapie trägt dazu bei, die Fähigkeiten und Potenziale der Betroffenen in Hinblick auf Kreativität, Konzentration, Handlungsfähigkeit und Selbstwahrnehmung zu fördern oder zu erhalten. 


Die Ziele der Ergotherapie sind individuell auf den Betroffenen zugeschnitten und umfassen bspw. die Förderung von  

  • Selbstwahrnehmung und Körperwahrnehmung 
  • Selbstständigkeit und soziales Miteinander
  • dem Umgang mit Erfolgen und Misserfolgen
  • Flexibilität und situationsgerechtem Verhalten
  • dem Umgang mit anderen, mit Nähe und Abgrenzung
  • kognitiven Fähigkeiten, das heißt bspw. Gedächtnisleistung, Konzentration und Aufmerksamkeit
  • Wiedereingliederung in das Arbeitsleben oder das gesellschaftliche Leben
  • u.a.m.
     

Musiktherapie


In der Musiktherapie wird das Musizieren, Singen und Musikhören gezielt zur Förderung der seelischen, körperlichen und geistigen Gesundheit sowie zur Entwicklung und Bereicherung der Persönlichkeit eingesetzt.

Bei der Musiktherapie wird gemeinsam auf Instrumenten gespielt oder gesungen. Hierfür steht den Teilnehmern eine Vielzahl von Instrumenten zur Verfügung, die leicht zu spielen sind (bspw. verschiedene Trommeln und andere Schlaginstrumente, Rasseln, Glockenspiele oder Xylophone). Anschließend wird das Geschehen im Gespräch reflektiert.
 

Tiergestützte Therapie - Hippotherapie


HINWEIS: Die Therapie ist ein Angebot für die vollstationär aufgenommenen Patienten der Abteilung für Allgemeinpsychiatrie.

In Rahmen der Tiergestützten Therapie können Menschen mit seelischen Erkrankungen unter Anleitung und mit der Hilfe des Therapeuten besondere Erfahrungen über sich und ihre Umwelt machen. Die Therapie findet bei uns mit Pferden statt (Hippotherapie). 

Im Vordergrund stehen Kontaktaufnahme zum Pferd sowie Streicheln, Pflegen und Füttern des Tieres. Im Anschluss macht die Gruppe Spaziergänge mit den Pferden. Reiten oder Reitunterricht findet im Rahmen dieser Gruppen nicht statt. 

 

Ernährung - Verpflegung


Viele unserer Patienten leiden auch unter Erkrankungen, die eine besondere Ernährung - Verpflegung notwendig machen. Seien es Mangel an Vitaminen oder Mineralien, Essstörungen, Nahrungsmittelintoleranzen, Allergien, Übergewicht oder anderes mehr.

Mit dem folgenden Link gelangen Sie zu unserer Zentralküche und ihren Angeboten, bspw. Ernährungsberatung, Sonderkostformen, Reduktionsdiät, Auslassdiät u.v.m.: hier klicken

Auch eine Lehrküche gehört zu unserem Angebot.

Bei einem besonderen Bedarf an Mikronährstoffen (Vitaminen, Mineralien, Aminosäuren o.a.m.) oder Sonderkostformen bespricht der behandelnde Arzt / die Ärztin mit Ihnen die geeignete Vorgehensweise.

 

Was es sonst noch gibt...


Seelsorge 

Gespräche, Gottesdienste und mehr 

Für die Patientinnen und Patienten beginnt mit ihrem Aufenthalt in der DIAKO Nordfriesland eine besondere Zeit. Sie blicken zurück auf die Vergangenheit. Sie bedenken die jetzige Lebenssituation. Sie hoffen auf Besserung für die Zukunft. Für alles das gibt es hier Zeit. Oft ist es gut, wenn man in dieser Zeit Begleitung und Stärkung erfährt. 

Darum möchten wir zu verschiedenen Angeboten unserer Seelsorge einladen. Dazu gehören Gottesdienste, Andachten und Seelsorgegespräche.

Eingeladen sind alle:

  • Menschen aller Glaubensrichtungen
  • Menschen, die auf der Suche sind
  • Menschen, die seit Jahren keinen Kontakt mehr zu einer Kirche hatten
  • Menschen, denen Kirche völlig fremd und unvertraut ist.

Für alle ist Platz und Zeit bei den Gottesdiensten und den Gesprächsterminen. Am Montag und Freitag von 15-17 Uhr können Gespräche auf der Station oder im Seelsorge-Büro vereinbart werden. Das Büro ist in der Abteilung für Allgemeinpsychiatrie im Haus A04.

Am Dienstag laden wir um 19 Uhr ein zu einer Andacht im Fernsehraum in der Abteilung für Allgemeinpsychiatrie im Haus A04. Auch an den hohen Festtagen wie Ostern und Weihnachten finden Gottesdienste statt. Gemeinsam singen und beten wir und hören auf Gott und sein Wort. 

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