Sozialraum - Was ist das?

In der sozialen Arbeit vieler Kreise und Gemeinden findet seit einiger Zeit ein Paradigmenwechsel statt:

Vor dem Hintergrund der Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation, der WHO, zu der Inklusion (statt Separation) von Menschen mit Teilhabe-Einschränkungen, geht es heute um „Sozialräume gestalten" statt „Sondersysteme befördern".

Der „Sozialraum" ist dabei die örtliche und die soziale Umgebung, in der ein Mensch lebt: mit allen Ressourcen, Unterstützungsmöglichkeiten, Selbsthilfe und Hilfe durch andere, aber auch die Eigenschaften des Wohnortes, mögliche Freizeitaktivitäten, Verkehrsanbindung und Ähnliches spielen eine Rolle.

Daran orientiert sich in einem „Sozialraumbudget" einer sozialen Einrichtung, wie bspw. der Husumer Insel, heute die individuelle Unterstützung der Klienten. Im Fall der Husumer Insel sind dies psychisch erkrankte oder abhängigkeitserkrankte Menschen.

 

Bei der Sozialraum-Orientierung sind fünf Punkte wichtig:

1. Orientierung am Willen der Menschen: Den Menschen zuhören.

2. Unterstützung von Eigeninitiative und Selbsthilfe: Den Menschen dabei helfen, etwas selbst zu tun.

3. Konzentration auf die Ressourcen: Die Fähigkeiten und die Stärken der Menschen erkennen.

4. Zielgruppen- und bereichsübergreifende Sichtweise: das Umfeld einbeziehen.

5. Kooperation und Koordination: Mit allen Akteuren im Sozialraum gut zusammen arbeiten.

Quelle: Sozialraumorientierung: ein Fachkonzept für Soziale Arbeit, Prof. Dr. Wolfgang Hinte, Institut für Stadtteilbezogene Soziale Arbeit und Beratung ISAAB, Vortrag für den Fachtag Sozialraumorientierung 2008 in Fulda.

Wer mehr wissen will: www.sozialraum.de