Senioren & Sucht

Suchterkrankungen bei Senioren

Unsere Behandlungsangebote für Senioren richten sich an Menschen, die sich aufgrund ihres Lebensalters oder ihrer persönlichen Situation in den "üblichen" Therapieangeboten nicht ausreichend gewürdigt sehen, da diese eher an einer beruflichen (Re-)Integration orientiert sind. 

Nach Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen geht die Zahl der älteren Personen, die Missbrauch oder eine Abhängigkeit von Alkohol, Tabak oder psychoaktiven Medikamenten aufweisen, schon heute in die Millionen.

Auch wenn Eigenmotivation und Krankheitseinsicht meist gegeben sind, fühlen sich Rehabilitanden in Gruppen mit vorwiegend deutlich jüngeren Mitrehabilitanden in ihrer Lebenssituation häufig nicht ausreichend berücksichtigt und geschätzt. Deshalb sind bei der Behandlung von älteren Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen in der therapeutischen Beziehung besondere Gesichtspunkte zu berücksichtigen.

Hierzu zählen u.a. Aspekte wie die zeitlich-biographische Entwicklung, Einstellungen zum Alter und Älterwerden oder auch die Situation, dass Therapeuten deutlich jünger als die Rehabilitanden sein können.

Als Therapiestil ist, vor dem Hintergrund eines vertrauensvollen und tragfähigen therapeutischen Bündnisses, ein eher motivierender und bestehende Kompetenzen fördernder Interaktionsstil sinnvoll.

Respekt vor einer schon gezeigten Lebensleistung und eine dem Alter angemessene Sprachwahl sowie Umgangsformen ergänzen das Miteinander.

Spezifische Themen können unter anderem sein:
 

  • Lebensbilanzierung
  • Würdigung der individuellen Leistungen
  • Einsamkeit und Kontakte
  • Wohnsituation
  • Trauerbewältigung
  • Nachlassen körperlicher Fähigkeiten
  • Verlust des beruflichen Status
  • Verlust des bisherigen Freizeitverhaltens
  • Auseinandersetzung mit Krankheiten, dem Älterwerden und Tod
  • Unterstützung der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit

Spezialangebote  

  • "Vernetzt behandeln – Therapieerfolg sichern": Stabilisierende Behandlungswege von der Krisenintervention über die Entwöhnung (Reha) bis in die Nachsorge
  • Behandlung von Mehrfachsüchten (z.B. Alkohol, Medikamente)
  • Behandlung von Begleiterkrankungen (z.B. Depressionen, Angststörungen, Essstörungen oder Traumatisierungen)
  • Paartherapie 

Behandlungsdauer
 

Die Behandlungsdauer einer stationären Entwöhnungstherapie für Senioren orientiert sich an der Art des Suchtmittels:
 

  • stoffgebundene legale Abhängigkeit (Alkohol/Medikamente): 7 - 16 Wochen
  • Abhängigkleit von illegalen Substanzen (Drogen): 12 - 26 Wochen
  • stoffungebundene Abhängigkeit (Glücksspiel, Computersucht, Medienabhängigkeit): 7 - 16 Wochen

 

Die Rehabilitanden werden einer spezifischen Therapiegruppe zugeordnet.  

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