Gute Noten für das Psychiatrie-Budget in Nordfriesland

Wissenschaftler der Uni Dresden prüfen die Qualität der Patientenversorgung der Fachklinik für Psychiatrie und Psychosomatik im Vergleich mit anderen Kliniken.

Anders als andere psychiatrische Kliniken in Deutschland ist die DIAKO Fachklinik eine der wenigen Modellkliniken, die mit einem „Regionalen Psychiatrie-Budget (RPB)“ arbeitet. Die Dresdner Wissenschaftler nahmen bei ihrer Auswertung im Auftrag der Krankenkassen den Zeitraum von 2013 bis 2015 ins Visier.

Neben Aspekten wie Behandlungstagen, Arbeitsunfähigkeit und Wiederaufnahmen untersuchten die Wissenschafler auch die Diagnosen der Patienten, Medikamentenverschreibungen und vieles mehr. Die Daten der DIAKO Fachklinik wurden mit den Daten von Kliniken verglichen, die nicht mit einem Psychiatrie-Budget arbeiten, sondern fallbezogen abrechnen. 

Eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse erhalten Sie hier: "Gute Noten für das Psychiatriebudget.pdf"

Den vollständigen Forschnungsbericht gibt es hier: "EVA64-Zwischenbericht Fachklinik DIAKO Nordfriesland.pdf"

Link zum Projekt "EVA64" am Uniklinikum Dresden.

Referenz: Neumann A, Kliemt R, Baum F, et al.: EVA64. 2. Zwischenbericht – DIAKO Nordfriesland gGmbH (2019)

Stand: Mai 2019

Das Regionale Psychiatriebudget (RPB) in Nordfriesland

Die DIAKO Nordfriesland arbeitet seit dem Jahr 2009 mit dem  "Regionalen Psychiatriebudget". Im RPB ist eine grundlegende Neuorganisation des klinischen Alltags möglich. So können zusätzliche Tageskliniken und Ambulanzen das Therapie-Angebot breiter fächern und mehr Menschen bedarfsgerecht erreichen.
 

Ergebnisse der begleitenden Evaluation 2008-2012:

Das ambulante und tagesklinische Angebot wurde gestärkt und ausgeweitet.

Die Einführung der sektorenübergreifenden Behandlung, ambulant vor teilstationär vor vollstationär, erfolgte ohne Qualitätsverlust für den Patienten: Wiederkehrerquote und Dauer bis zur Wiederaufnahme blieben konstant.

Erhöhung der Patientenzahlen: Durch die sektorenübergreifende Behandlung konnten insgesamt mehr Patienten behandelt werden: Die psychiatrische Versorgung der Menschen innerhalb Nordfrieslands wurde so verbessert (+21%).

Ländliche Regionen: Die psychiatrische Versorgung der Menschen innerhalb Nordfrieslands, die in den Randlagen wie Inseln, Halligen, Grenzregion zu Dänemark oder an den Kreisgrenzen wohnen, wurde gleichfalls verbessert (+20 bis 40%).

Demographie: Das mittlere Alter der Patienten der Fachklinik veränderte sich in den Jahren 2008 bis 2012 kaum. Betrachtet man jedoch die Altersverteilung in Altersklassen, so wird eine Verschiebung des Altersgipfels deutlich, von der Klasse der 30-44-jährigen in die Klasse der 45-64-jährigen.

Diagnosen: Die Anzahl der Patienten in der Diagnoseklasse F10-F19 (alle Regionen) sank in den Jahren 2008 bis 2012 um 15%, während die Anzahl der Patienten in der Diagnoseklasse F30-F39 um 27% und in der Klasse F40-F49 um 37% anstieg.

von Dr. Christoph Mai, Chefarzt und Dr. Anke Bauer, wiss. Mitarbeiterin.

Downloads

Zusammenfassung: "Gute Noten für das Psychiatriebudget.pdf" (2019)

Forschnungsbericht "EVA64-Zwischenbericht Fachklinik DIAKO Nordfriesland.pdf" (2019)

Forschungsbericht zum RPB (2008 bis 2012)

Vortrag von Ingo Tüchsen (anlässlich der "Hospital Management Konferenz" in Düsseldorf 7.11.2011)


Ansprechpartnerin:
Dr. Christoph Mai, Dr. rer.nat. Anke Bauer
eMail: anke.bauer(at)diako.de

Partner der DIAKO Nordfriesland:
Fachhochschule Flensburg, Prof. Roland Trill
Das Projekt "EVA64" am Uniklinikum Dresden.