13.07.2018

KunstECK in Bredstedt eröffnet

Das nordfriesische Projekt „Sozialraum-Budget“ hat inzwischen eine Vorreiterfunktion in ganz Deutschland und geht jetzt in den Regelbetrieb über.

Nach dem Eckhus in Husum hat der Sozialraum in Nordfriesland eine weitere Ecke erhalten: Das KunstECK wurde nun in Bredstedt eröffnet und bietet zukünftig Menschen mit und ohne Handicap Werk-, Ausstellungs- und Begegnungsraum und Treffpunkt. 

„Das KunstECK ist ein weiteres wichtiges Element der Eingliederungshilfe für Menschen mit Teilhabebeschränkungen. Wir freuen uns sehr über dieses Gemeinschaftsprojekt der AWO in Bredstedt und der DIAKO Nordfriesland“, betonte Birgit Zimmer, AWO SH, zur Eröffnungsfeier mit etwa hundert Gästen aus Politik, Verwaltung und sozialen Einrichtungen des Kreises Nordfriesland sowie Betroffenen und Angehörigen.

„Menschen mit seelischen, körperlichen und geistigen Handicaps  müssen oft „anecken“, um gehört zu werden und das machen wir mit dem KunstECK“, ergänzte Ralf Tönnies, Leiter der Eingliederungshilfe der DIAKO Nordfriesland, „nicht ohne Grund gibt es eine lange Tradition gehandicapter Künstler, denn über Kunst kann man miteinander sprechen.“ Das wirke der Stigmatisierung und Ausgrenzung der Betroffenen entgegen und schaffe Raum und Möglichkeiten für gemeinsame Begegnungen aller, so Ralf Tönnies.  

Der Dank für den Aufbau des KunstECK gilt auch den Koordinatorinnen Maika Siewertsen und Mali Schumann, AWO, sowie beteiligten Klienten aus dem Hans-Christian-Nickelsen Haus und der Husumer Insel der DIAKO und dem Teilhabezentrum der AWO in Bredstedt. Geplant sei nun mit dem „Eckpfeiler NF“, dies sind unterstützte Wohnangebote, die dritte Ecke des Sozialraums.  Gleichzeitig hat die Gemeinsame Koordinierungsstelle der Eingliederungshilfe und des Kreises Nordfriesland in dem KunstECK Büros bezogen.

 

Das Sozialraum-Budget in Nordfriesland ermöglicht den Einrichtungen der Eingliederungshilfe gemeinsam für die Klienten flexibel die beste Unterstützung anzubieten, statt wie früher in Konkurrenz zueinander aufzutreten. „Die vielen Anfragen und Besuche belegen: Wir haben bundesweit eine Vorreiterfunktion in Sachen Sozialraum“, sagt Mali Schumann. 

 

Bildunterschrift: Engagieren sich gemeinsam für die Ecken des Sozialraums Nordfriesland Mitte: (v.l.): Mali Schumann, Ralf Tönnies, Birgitt Zimmer und Maika Siewertsen (Fotos: AWO, DIAKO NF)