"Postpartale Depression" und "Baby-Blues" sind beides psychische Zustände, die nach der Geburt eines Kindes auftreten können. Sie unterscheiden sich jedoch in Schwere und Dauer („postpartal“ ist der medizinische Fachbegriff für „nach der Geburt“).
„Baby-Blues“:
- tritt sehr häufig auf, bei 50-80% der Mütter
- Beginn: meist 3-5 Tage nach der Geburt
- Symptome umfassen: Weinen, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Ängste und Schlafstörungen
- Dauer: wenige Stunden bis maximal zwei Wochen
- Ursache: starke hormonelle Schwankungen und Erschöpfung nach der Geburt
- Behandlung: wichtig ist die Unterstützung durch Familie und Freunde, eine medizinische Behandlung ist selten nötig
„Postpartale Depression“:
- tritt bei etwa 10-15% der Mütter auf
- Beginn: Innerhalb der ersten Wochen bis Monate nach der Geburt
- Symptome: Tiefe Traurigkeit, Antriebslosigkeit, Schuldgefühle, Scham, Interessenverlust, Ängste und weitere
- Dauer: Wochen bis Monate, unbehandelt oft länger
- Ursache: Multifaktoriell (hormonelle Veränderungen, familiäre Veranlagung, Stress und soziale Faktoren)
- Behandlung: erfordert meist professionelle Hilfe
Die ersten Ansprechpartner*innen bei psychischen Problemen nach der Geburt sind die zuständigen Hebammen, Gynäkolog*innen oder Hausärzt*innen. Wichtig ist, das Thema offen anzusprechen, damit frühzeitig eine Therapie begonnen werden kann.
Zusammengefasst sind Baby-Blues vorübergehende, milde Stimmungsschwankungen, während die postpartale Depression eine ernsthafte, länger anhaltende Erkrankung ist, die professionelle Behandlung benötigt.
Unsere Institutsambulanz PIA Flensburg bietet für betroffene Mütter eine „Eltern-Kind-Sprechstunde (ELKI)“ an. Weitere “Mutter-Kind-Angebote” und Angebote für Familien finden Sie auf der Seite Fachgebiete
